Pressestimmen

Südkurier (PDF 1.100 KB) 1.9.2015

Schaffhauser Nachrichten (PDF 12.259 KB) 31.8.2015

Südkurier (PDF 190 KB) 2.9.2014

Schaffhauser Nachrichten (PDF 1.338 KB)
vom 1. und 2. September 2014

Südkurier (PDF 672 KB) 9.8.2014

Schaffhauser Nachrichten (PDF 299 KB)
vom 26.08.2013

 

Schaffhauser Nachrichten, 28.8.2013

Am Sonntag ging in der Büsinger Bergkirche das Schlusskonzert der Kammermusiktage über die Bühne.
von Manfred Zürcher

Büsingen Schon ist das grosse Kammermusikfest 2013 in Büsingen wieder Vergangenheit – leider. Aber der letzte Tag, der Sonntag, bot mit zwei Konzerten, der Matinee und dem Schlusskonzert am Nachmittag, wirklich noch einmal eine grandiose Steigerung.
War bisher die Matinee den kleineren Kostbarkeiten an selten gespielten Extras und ähnlichen Pretiosen vorbehalten, so wurde diesmal unter der neuen künstlerischen Leitung von Christian Poltéra daraus ein kammermusikalischer Schwerpunkt mit je einem Streichquartett von Ludwig van Beethoven und Antonin Dvor?ák, gespielt vom Szymanowski-Quartett mit Andrej Bielow und Grzegorz Kotów an der Violine, Vladimir Mykytka an der Viola und Marcin Sieniawski am Violoncello. Dieses Quartett trat dann am Nachmittag im Schlusskonzert noch einmal auf, nämlich zusammen mit Christian Poltéra am Violoncello im Streichquintett A-Dur op. 39 von Alexander Konstantinowitsch Glasunow (1865–1936). Wunderbar elegisch, von anheimelnder Romantik getragen, bot sich der mit einem langen Solo der Viola eröffnete Eingangssatz dar. Glasunow, ein äusserst begabter privater Schüler von Nikolai Rimski-Korsakow, zeigte eine grosse handwerkliche Meisterschaft in seinen Werken und ist ein ausgefeilter Kontrapunktiker, der in seiner volksliedhaften Thematik ausufernde Melodik mit einer zwar über weite Strecken atonal geführten Harmonik verbindet, diese aber in einer gleitenden Chromatik immer wieder zu neuen überraschenden Ausblicken ausdeutet. Keine fordernde, sondern eher eine nachdenkliche, versöhnliche, von einer tröstenden Traurigkeit überlagerte Musik. Im nachfolgenden Scherzo entwickelte sich dann aus einem lustigen Pizzicato ein regelrechtes Vexierspiel, ein Haschmich mit Täuschen und Tarnen und doch zugleich überlagert von einer feinen Schwermut, ein wunderbarer Gegensatz in sich selbst. Das also ist der Höhepunkt, hätte man denken können, aber dem Publikum stand noch ein weiteres Highlight bevor.
Ein regelrechtes Flirt-Oktett
Für Felix Mendelssohns Oktett Es-Dur op. 20 kamen wieder die hübschen jungen Damen des Benelus-Quartetts aufs Podium, mit Seraina Pfenninger und Anne Battegay an der Violine, Esther Fritzsche an der Viola und Seraphina Rufer am Violoncello. Sie ergänzten das Ensemble zu einem – so ein durchaus nicht unzutreffender Hörerkommentar – regelrechten Flirt-Oktett. Das muss man erlebt haben. Wie in der Tanzstunde je drei Damen und Herren einander gegenüberstehend, und am Ende, das Ganze zu einem u-förmigen Bogen schliessend, ein Cellistenpaar, nebeneinander sitzend. Und dann wurde augenzwinkernd Musik gemacht – eine Ad-hoc-Ausnahmesituation für ein Ausnahmewerk der europäischen Musikgeschichte. Mendelssohn war 16 Jahre alt, als er dieses Oktett schrieb, ein Geniestreich sondergleichen, unbedarft, noch nicht so geglättet und ausgewogen wie in späteren Stücken, sondern jugendlich, frisch, bisweilen fast übermütig, aber zugleich kompositorisch schon ausgereift. Bereits der erste Satz, ein Allegro moderato ma con fuoco, sprüht vor jugendlichem Übermut, ist aber kontrapunktisch vollendet durchkonstruiert. Deutlich wandelt sich das Doppelquartett bereits zu einem sinfonischen Orchester, etwas, was Mendelssohn selbst so gesehen hat. Das nachfolgende Andante geht harmonisch eigene Wege, spielt leger mit den Tonarten, unverblümt im Wechsel von c-moll und Des-Dur, und wird zu einem hauchzarten achtstimmigen polyphonen Gewebe aus dauernden Vorhaltsbildungen von einer verführerischen Schönheit. Es waren Verse aus der Walpurgisnacht des Faust I von Johann Wolfgang von Goethe, die Mendelssohn dann zum Scherzo inspiriert haben, das wirklich pianissimo und staccato vorgetragen wurde, allegro legierissimo, wie die Satzbezeichnung es fordert, mit einem wahren Schauer von Tremolandi und Pralltrillern, und schliesslich zerstob alles in einer aufflatternden Passage der ersten Geige. Nach dem furiosen Finale gab es dann Standing ovations – das sind die Büsinger Kammermusiktage, wie wir sie schätzen und lieben!

 

Südkurier, 27.08.2013

Glücksmomente des Sommers

Von Bettina Schröm
Kammermusiktage in Büsingen am Hochrhein mit neuer künstlerischer Leitung überzeugte
Ein Cello, dem schon Mozart gelauscht hat; die Wiederaufführung eines Stückes, das vermutlich 250 Jahre nicht gespielt worden ist; vier Grazien, die es auf dem Streichinstrument auch rocken lassen können; ein waschechter Wondratschek. Wer am Wochenende einige Grenzübertritte nicht scheute und ins entlegene Büsingen am Hochrhein fuhr, der bekam eine Menge geboten: exzellente Musik, sehr gute Unterhaltung und einen Mythos.
Man fährt ja sowieso schon voller Vorfreude hin. Die Kammermusiktage in der idyllischen Bergkirche Büsingen gehören dann, wenn die Tage schon kürzer werden und das Ende der Ferien naht, zu den letztenGlücksmomenten des Sommers. Im vergangenen Jahr allerdings war das Glück etwas getrübt. Überraschend hatte Uwe Stoffel, der über Jahre als künstlerischer Leiter das Festival mit aufgebaut und auf dieses sehr hohe Niveau gebracht hatte, seinen Rückzug angekündigt. Ein wenig sorgenvoll schaute der Vorsitzende des Fördervereins, Michael Psczolla, damals drein.
Heuer hingegen strahlte der Organisator: Mit Christian Poltéra ist es gelungen, einen künstlerischen Leiter zu finden, der selbst zur internationalen Musiker-Elite zählt, dessen Kontakte den Kammermusiktagen nur nutzen können – und der obendrein ein äußerst sympathischer Mensch zu sein scheint. Diesen Eindruck konnte man zumindest beim nächtlichen Konzert gewinnen, bei dem gleich mehrere außergewöhnliche Persönlichkeiten zusammenkamen: der Autor Wolf Wondratschek, der Cellist Poltéra, sein Kollege Marcin Sieniawski vom Szymanowski-Quartett,der Cembalist Massimiliano Matesic – und dann noch das wohl berühmteste Cello der Welt.
302 Jahre alt ist es, das „Mara“ aus dem berühmten Hause Stradivari, das bis vor zwei Jahren von Heinrich Schiff gespielt wordenist und nun in den Händen von dessen Meisterschüler Christian Poltéra Klangwunder vollbringt. Wolf Wondratschek hat die Abenteuer des Instruments in seinem Roman „Mara“ auf höchst unterhaltsame Art aufgeschrieben. Vom Katzengedärm, aus dem einst die Saiten hergestellt wurden, vom Schiffbruch, den das Cello nur in Einzelteilen überlebt hat, von Geschichtchen und Geschichten, die man kaum glauben mag und die der Autor mit sonorer Stimme und hintergründigem Humor vortrug.
In der Mischung aus Musik, Lesung und dem Umstand, einem ganz besonderen Gegenstand sehr nahe zu sein, wurde die Nacht in Büsingen jedenfalls zu einem besonderen Erlebnis. Und weil das alles noch immer nicht genug zu sein schien, präsentierte Poltéra dann auch noch ein Cello-Stück von ihm, dem namensgebenden Cellisten selbst: Giovanni Mara – Säufer, Ehebrecher, Schuldner und offenbar auch Komponist. In Italien ist das flotte Stückchen Musik aus der Versenkung aufgetaucht, Massimiliano Matesic hat die Notenschrift mühevoll entziffert und in Büsingen wurde es nun erstmals wieder gespielt. Wow.Und wenn es etwas auszusetzen gäbe an dieser nächtlichen Veranstaltung, dann, dass sie doch ein wenig mehr Musik hätte beinhalten können.
Aber wer vorher schon da war, hatte davon bereits eine Menge abbekommen: Zum Auftakt des Samstagprogramms waren am Nachmittag nämlich vier junge Damen angetreten, die im alten Gemäuer einen so frischen Wind wehen ließen, dass man kaum hinterherkam.
Seraina Pfenninger (Violine), Anne Battegay (Violine), Esther Fritzsche (Viola) und Seraphina Rufer (Cello) schicken sich mit ihremBelenus-Quartett derzeit an, die Musikwelt zu erobern. Für ihre Haydn-Interpretation erhielten sie beim »Sandor Vegh Wettbewerb 2012« einen Sonderpreis. Das Büsinger Publikum weiß nun, warum, so frech und frisch gingen die Musikerinnen bei Joseph Haydns Streichquartett G-Dur, op. 76, 1, ans Werk, boten eine völlig entstaubte, temporeiche Interpretation und machten mit Daniel Schnyders Streichquartett Nr. 4 »Great places« auch gleich imeinmal vorgegebenen Duktus weiter: temperamentvoll und ungeheuer rhythmisch, energiegeladen und präzise.
Und so nimmt es nicht Wunder, dass sie mit Felix Mendelssohn Bartholdys fantastischem Streichquartett Nr. 13, a-Moll, endeten: Alleine der PrestoFinalsatz kam mit der Wucht eines Sommergewitters über die Bühne.
Ansonsten strahlt der Musikhimmel über Büsingen allerdings wieder. Zum Glück.

 

Südkurier, 19.01.2013

Christian Poltéra übernimmt die künstlerische
Leitung der Kammermusiktage Büsingen


(von Elisabeth Schwind)
Es ist ein Glücksgriff, den Michael Pszolla, Geschäftsführer und Vorsitzender der Musikfreunde Bergkirche Büsingen da getan hat: Ab Sommer wird der junge, aber bereits renommierte Cellist Christian Poltéra die Kammermusiktage in der Bergkirche Büsingen künstlerisch leiten. Nach dem
Rückzug des bisherigen Leiters Uwe Stoffel durchlebte Pszolla unruhige Wochen, in denen nicht klar war, wie es mit den Kammermusiktagen weitergehen soll. Er selbst hatte gemeinsam mit Uwe Stoffel vor zwanzig Jahren das Festival in der 1000 Jahre alten Bergkirche St. Michael aus der Taufe gehoben. Und wer Pszolla begegnet, spürt sofort,wie sehr sein Herz an den Kammermusiktagen hängt. Und so nahm er selbiges wohl eines Tages in die Hand und klopfte bei Poltéra an.
„Eigentlich habe ich gar nicht lange überlegt“, sagt der 35-jähige Cellist. Schon mehrfach ist er als Interpret bei den Kammermusiktagen dabei gewesen und schätzt die besondere Atmosphäre dort. Doch was reizt einen vielbeschäftigten Musiker, der halb in Zürich und halb in Graubünden lebt, in Luzern unterrichtet und eine Verlobte in New York hat, daran, sich auch noch ein Festival aufzuladen, das zudem chronisch unterfinanziert ist? Darauf gibt es wohl nur eine Antwort: Poltéra ist Musiker. Ihn reizt die inhaltliche Arbeit und er ist bereit, auch einiges an Herzblut zu investieren. U nd für einen jungen
Künstler ist ein überschaubares Festival wie das in Büsingen eine gute Gelegenheit, sich auszuprobieren. „Ich bin vor allem für das künstlerische Programm zuständig“, sagt Poltéra. Um die organisatorische Arbeit kümmert sich Michael Pszolla.
Die Rahmenbedingungen sind klar abgesteckt. Auch das machtees Poltéra leicht, zuzusagen. Die kleine Bergkirche als Veranstaltu ngsort erlaubt nur bestimmte Programme mit eher intimem Zuschnitt. Daherkann und will Poltéra „das Festival auch nicht grundlegend auf den Kopf stellen.“ Es hat sich ja auch so, wie es ist, in der Region bewährt – und ist immer wieder ausverkauft. Und Poltéra will liebgewonnene Traditionen nicht einfach über den Haufen werfen.
„Natürlich wird unweigerlich eine andere Handschriftsichtbar werden“, sagt Poltéra. Das ergebe sich ganz von selbst, da er als neuer Leiter ja auch andere Kontakte mit einbringe. Gute Kontakte zu Musikerkollegen sind in diesem Fall auch entscheidend, denn die großen Gagen werden es auch künftig nicht sein, mit denen das Festival hochkarätige Künstler gewinnen kann. „Das ist das Kunststück“, sagt Poltéra. Aber er ist zuversichtlich, dass er die Musiker für Büsingen und das besondere Flair dieses Festivals gewinnen kann. „Ich selbst habe da schon so viele tolle Momente und besondere Stimmungen erlebt“, sagt Poltéra. Und das istsicherlich die beste Voraussetzung, um auch die Kollegen davon zu überzeugen.
Als Interpret möchte Poltéra allerdings lieber nicht inden Vordergrund treten. „Ich empfinde es eher als merkwürdig, wenn Künstler daseigene Festival dazu nutzen, selbst andauernd dort aufzutreten.“ Allerdings wurde ihm zugleich bedeutet, dass man sich darüber freuen würde, ihn weiterhin auch als Interpret in Büsingen zu erleben. Also wird er sich wohl überlegen, in welchem Rahmen er das für vertretbar hält. Details zum Programm, das Ende August nun erstmals in seiner Verantwortung liegt, kann und will er noch nicht preisgeben. Dafür ist alles noch zu frisch. Und in Büsingen ist man nun erst einmal erleichtert darüber, das neue Jahr mit einer soguten Perspektive begonnen zu haben.

Pressestimmen 2012

Ein Ort der Verführung
(von Elisabeth Schwind)

Uwe Stoffel geht – und bietet der Gemeinde Büsingen Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie viel ihr die Kammermusiktage wert sind.
Sie waren so etwas wie das Dream-Team Büsingens: Michael Psczolla, Vorsitzender des Vereins Musikfreunde Bergkirche Büsingen, und Uwe Stoffel, künstlerischer Leiter der Kammermusiktage Bergkirche Büsingen. Der eine organisierte und kümmerte sich mit seiner gewinnenden Art um Künstler und Publikum, der andere steckte viel Herzblut in die Gestaltung der Programme in der klösterlich wirkenden Abgeschiedenheit der kleinen romanischen Kirche St. Michael.
Auch Musiker lassen sich ja gerne verführen. In ihrem oft stressigen Jet-Set-Leben bietet eine Station wie die in der Bergkirche Büsingen einen Moment der Ruhe – selbst wenn sie hier wie überall sonst konzertieren, also arbeiten müssen. Aber die Arbeit hier hat eine andere Qualität. Und das war auch der Grund, warum Uwe Stoffel, der selbst Musiker ist, seine Künstlerkollegen immer wieder dazu überreden konnte, hier auch ohne großen Gagen zu spielen - und warum auch er seine Arbeitskraft als künstlerischer Leiter zwanzig Jahre lang ehrenamtlich zur Verfügung stellte.
Nun hat Uwe Stoffel Abschied genommen. Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit – in unserer schnelllebigen Welt hält es kaum je einen Manager so lange auf einem Posten. Und so ist Stoffels Entschluss, sich neuen Projekten zuzuwenden, verständlich. Dennoch schwang Bitterkeit mit in seinen Abschiedsworten. Der Erfolg der Musiktage sei zunehmend als „Selbstverständlichkeit“ hingenommen worden. Stoffel vermisste die „adäquate Unterstützung durch Gemeinde und andere Institutionen“.
Auch diese Klage wird man ernst nehmen müssen. Nicht nur in Büsingen. Sie rührt nämlich an ein grundsätzliches Missverständnis, dem Musiker und Kulturschaffende immer wieder ausgesetzt sind: Da ihre Konzerte für andere ein Freizeitangebot sind, wird ihrer Arbeit immer, ob bewusst oder nicht, eine Art Freiwilligkeit unterstellt. Was bei den Künstlern auf Dauer wiederum als zermürbendes Gefühl der Unterschätzung ankommt.
Wie es nun weitergeht bei den Kammermusiktagen, ist noch nicht klar. Aber dass es weitergehen wird, darauf deutet zur Zeit alles hin. Und vielleicht ist damit auch der Zeitpunkt für die Gemeinde Büsingen gekommen, darüber nachzudenken, wie viel ihnen die Kammermusiktage wert sind.

Südkurier, 28.8.2012

Bericht der Schaffhauser Nachrichten (PDF 1.8MB)
vom 28.08.2012


Klänge aus einer besseren Welt
(von Bettina Schröm)

Eine winzig kleine, uralte Kirche ist am Hochrhein seit 20 Jahren Hort der Musik. Auch zum Jubiläum der Kammermusiktage blieben sich die Veranstalter in der Bergkirche von Büsingen treu. Es gab Musik, und nichts als Musik. Aber was für welche!
Gleich zwei herausragende Streichquartett-Formationen bildeten den Kern des insgesamt dreitägigen Festivals. Im Wechsel musizierten das Auryn- und das Pellegrini-Quartett, bisweilen ergänzt um hervorragende Kollegen. Felix von Tippelskirch am Kontrabass hatte man eingeladen, Berker Sen am Fagott, Hornistin Sibylle Mahni und den Cellisten Christian Poltéra. Und der scheidende künstlerische Leiter Uwe Stoffel spielte sich bei Schuberts F-Dur- Oktett an der Klarinette sein schönstes Abschiedsständchen selbst. Gemeinsam mit den Musikern hat er über all die Jahre Programme für die Bergkirche entwickelt, die so besonders sind wie diese ganze Veranstaltung überhaupt.
Denn auch die Atmosphäre ist hier anders als andernorts. Publikum und Musiker bilden in der Enge des Kirchleins eine Gemeinschaft. Verschworen ist das falsche Wort für die Einheit von Hörenden und Spielenden, vielmehr scheint ein freundschaftliches Band zu bestehen, ein gemeinsames
Enthobensein von den Dingen da unten. In der Bergkirche taucht man für einen kurzen Moment des Jahres ein in eine andere, ja tatsächlich bessere Welt.
Und so ist es nur recht, dass Alexander Glasunows „Idylle“ für Horn und Streichquartett am Freitagabend den Auftakt macht. Sibylle Mahni gesellt sich zum Pellegrini-Quartett, das auch mit einem „Ersatzmann“ am Cello, Michael M. Kasper, jene exquisite Klangkultur pflegt, die man von ihm kennt. Die Musik schwebt in den Raum wie ein Hauch, vermeintlich völlig ohne Ansatz. Es ist der Beginn eines Abends, der ganz dem Klang huldigt, gewidmet dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, jener sinnenschweren Zeit, als die Harmonik an ihre Grenzen stieß.
Da ist Heinrich Kaminskis Streichquartett F-Dur aus dem Jahr 1913 eine echte Entdeckung, im Übrigen eigens für die Kammermusiktage einstudiert. In vier Sätzen entfaltet sich das intensive Stück, das hauchzarte Tonschichtungen ebenso birgt wie ungestüme Wildheit. Fantastisch gelingen die Übergänge, der Klang entwickelt Patina und Melancholie. Und zauberhaft erklingt später der dritte, langsame Satz „doucement expressif“ aus Debussys farbenreichem Quartett in g-moll. So zart und warm im Ton erfüllt er die Kirche, dass sogar die Härte der Bank völlig in Vergessenheit gerät.
Am Samstagnachmittag schon kehrt man zurück auf diese Bank – und erlebt ein Programm, das der Melancholie ade gesagt hat, voller Schwung und Verve. Das Auryn-Quartett und Felix von Tippelskirch spielen Dvoraks Nocturno op. 40, sowie die Walzer op. 54 Nummer 1 und 4 und bieten zünftige und launige Klänge. Fast wird das Kirchenpodium zum Tanzboden. Und eng wird es dort allemal, als sich die Musiker zu Schuberts Oktett F-Dur, D 803, versammeln. Was für ein Sound steht da plötzlich im Raum! Gut gelaunt spielen sie auf, die Acht, kosten Schuberts Melodik in jedem Moment aus, genießen den Schmiss der Komposition mit dem eingängigen dritten Satz – ein freudvolles, dynamisches Musizieren. Das Publikum lächelt. Bravo-Rufe in der Bergkirche.
Nach dem extrovertierten Nachmittagsprogramm bietet wiederum das Pellegrini-Quartett eine Rarität zu später Stunde. Das Nachtkonzert birgt traditionell Raum für Entdeckungen und Experimente. Johann trifft John ist dieses Mal das Motto. Die Sätze des String Quartet in Four Parts von John Cage kontrastieren mit Sätzen aus der Kunst der Fuge von Johann Sebastian Bach. Eine Kombination voller Überraschungen: Die Zerbrechlichkeit des Frühlings- und Wintersatzes von Cage scheint zunächst aufgehoben in der festen Form der Bachschen Polyphonie, dann folgt auf das fast ländlerhafte Quodlibet von Cage ruhige barocke Nachdenklichkeit. Ein inspirierender, eindringlich interpretierter und technisch perfekt gemeisterter Dialog über die Jahrhunderte. Kleiner Höhepunkt des Festivals, das am Sonntag noch fortgesetzt wurde.
Dass Büsingen auch in Zukunft Hort der Musik und solcher Raritäten bleibt, dafür will der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Michael Psczolla, sorgen. Auf besorgte Fragen antwortet der Organisator der Kammermusiktage mit einem beruhigenden Lächeln. Und doch: Es werden neue, andere Zeiten anbrechen am Hochrhein. Aber wie hatte Psczolla in seiner Auftaktrede gesagt: „Diese 20 Jahre kann uns niemand mehr nehmen.“ Sie sind alle Hochachtung wert.

Südkurier online, 28.8.2012

Pressestimmen 2011

Gipfelklassik in der Bergkirche
(von Helmut Weidhase)

Stille im über tausendjährigen Romanik-Raum. Das Publikum sitzt, das zum Quintett erweiterte österreichische Minetti-Quartett (mit dem Namen des einst auf den Bühnen und vom Dramatiker Thomas Bernhard gefeierten Schauspielers) hat gestimmt, holt Atem – und Mozarts g-moll-Quintett beginnt leise, basslos, aufsteigendes Moll, dann chromatisch seufzende Melodie-Melancholie. Sogleich dasselbe eine Oktave tiefer, elegischer, düsterer. Jetzt, jäh und heftig, maßt sich das Thema Fortissimo an, Aktivität nach Resignation, Moll ohne Müdigkeit. Da hatte man etwas von der Programmatik, wie das Minetti-Quartett (jung, dynamisch, technisch hochkarätig) mit Klassik – begeistert und begeisternd – arbeitet: Kein Takt tönt nach Routine, Notenkunst ohne Musikleidenschaft, akademischer Analyse ohne emotionale Mitteilung.

Kein Klanggedanke gestattet im Finalkonzert ein Entkommen ins stillvergnügt Genüssliche. Da ereignete sich das Hochklassische (Mozarts KV 516, Schuberts „Rosamunde“-Quartett und die Mendelssohn-Canzonette als Zugabendank) frisch, neu, an keiner Stelle bloß glänzend überlackiert oder virtuos frisiert – lebendige Musik-Gegenwart. Mozart: Wie am Beginn der Kontrast in gefühlsdramatische Gruppenaktionen
führte, so vernahm man bald das individuelle Ausdrucksprofil aller Instrumentalisten. Die Primaria Maria Ehmer ließ die Oberstimme zu arienhaftem Solo sich aufschwingen. Herrlich, wie sie das zweite Thema aus dem leisen Moll mit dem Dezimensprung in dritten Takt ins Entschlossene beförderte; das tröstende Dur-Adagio wurde reine Violin-Poesie, Legato-Lyrik, frei von künstlichen sentimento-Tränen. Vital flitzten im Rondo die Sechzehntel, kecker als jede Etüden-Tonleiter. Wie sang ihr Rosamunde-Idyllenthema, wie elegant lächelte der kleine Praller im Schubert-Finale!

Die zweite Violine behauptete gegen diese Kunst ihr eigenes Profil. Anna Knopp suchte nicht dynamische Konkurrenz, sondern die Klangnuancierung. Die Klopf-Töne im zweiten Mozart-Adagio verdunkelten das Gesamtbild: Pulsschlag in unruhiger Nacht.

In der Variation mit den Sechzehntelläufen (Schubert 2. Satz) spielte sie keine Mittelstimmen-Ornamente, sondern malte einen mattfarbigen Melodien-Hintergrund – Zauber des Kolorits. Die beiden Violen bei Mozart, Milan Milojicic und Corina Golomoz, ließen
keinen Ton zur Füllstimme verblassen. Sie gaben dem Mozartschen Menuett- Trio leuchtende Tiefe, die zweite Viola dem Adagio packende Motiv-Beunruhigungen. Der Cellist Leonhard Roczek setzte satten Grundton, mehr aber noch motivische Charaktere, ob mit rasanten Rondo-Raketen oder einer Punktierung fürs Schubert-Menuett, die nicht pianissimo sich einschlich, sondern mit Akzent, Kurzcrescendo, verklingendem Orgelpunkt, über dem die Violinterzen sehnsüchtig zu tanzen begannen.

Hier und immer wieder erlebte man, was alle Individualkünste der Minetti-Musikmimen überbot: Ensemblespiel mit reichsten Farben, Expressionswerten von der Traurigkeit bis zum Übermut, von der Düsternis (Schubert-Beginn) bis zum Feuerwerk (Mozart-Ende),
von Sordino-Feinklang bis zum harten Doppelgriff-Sforzato. Büsingen ist dank Uwe Stoffels Kunstwahl, Michael Psczollas Organisation und nobler Sponsoren seit 19 Jahren kein Geheimtipp einer Klang-Exklave für Musikminoritäten, sondern ein Bergkirchen-Hochfest für Kammerkunst mit überregionaler Akustik.

Südkurier, 30.08.2011

Bericht der Schaffhauser Nachrichten (PDF 1.1MB)
vom 31.08.2011

Pressestimmen 2010

Seit 18 Jahren gibt es die Kammermusiktage Bergkirche Büsingen. Fünf Konzerte warten vom 27. bis 29. August auf die Zuhörer.
Die Kammermusiktage Bergkirche Büsingen sind erwachsen. Am dritten Augustwochenende feiern sie ihren 18. Geburtstag – und damit eine beachtliche Tradition. Wer so
lange durchhält, obwohl keine öffentliche Hand ihn sanft trägt, und sich nach wie vor über regen Zuspruch freuen kann, dem darf man wohl ein gutes Gespür für die richtigen Programme am richtigen Ort bescheinigen.
Und tatsächlich nimmt sich auch das Programm für die fünf Konzerte in der kleinen romanischen Bergkirche am Hochrhein sehr erwachsen aus, insofern als es sich wegwagt vom gesicherten Terrain bekannter Namen und Werke…
Südkurier, 14. August 2010


Eigentlich sind Festivals ja Orte des Rummels. Lautstarke Feiern des Ausnahmezustands. Laufstege für alle, die sehen und gesehen werden wollen. Nur bei den Kammermusiktagen Büsingen ist es genau andersherum. Man kommt aus dem Rummel und fährt zum Festival wie in eine Oase der Ruhe. Die dunklen Wolken, die sich am mondbeschienenen über der 1000 Jahre alten Bergkirche St. Michael zusammenziehen, bringen ein bisschen Dramatik in das romantische Bild.
Der Hügel, darauf das kleine Kirchlein, rundherum sanft geschwungene Wiesen und Felder. Irgendwie, denkt man sich, ist es konsequent, dass man gerade hier musikalische
Entdeckungen machen kann. Hier, wo das Marktgeschrei verstummt ist zugunsten einer selten gewordenen Konzentration auf die Kunst…
…Den unschlagbaren Höhepunkt aber bildete das Nachtkonzert mit Christian Poltéra. Der junge Cellist, Schüler von Heinrich Schiff, hat inzwischen eine beachtliche Karriere gemacht, und da spricht es durchaus für Büsingen, wenn Poltéra bereits zum zweiten Mal hierher zurückfindet… Atemlos verfolgte auch das noch zum Nachtkonzert zahlreich erschienene Büsinger Publikum diesen Dialog - und spendete enthusiastischen Beifall.
Südkurier, 2. September 2010


Zum 18. Mal jährten sich am vergangenen Wochenende die Kammermusiktage in der Bergkirche Büsingen, diesmal gestaltet vom mit Antonio Pellegrini und Thomas Hofer, Violine, Fabio, Viola, und Helmut Menzler, Violoncello, mittlerweile eine schon fast ehrwürdige Tradition. Eigentlich sind es sogar schon zwanzig Jahre, denn damals gab es Vorkonzerte, um auszuprobieren, ob die Kammermusiktage Erfolg haben wü den, eben mit dem Pellegrini-Quartett, das zwischenzeitlich aber auch schon wieder hier gastierte…
…Da war es also in neuer Frische, dieses musikalische Konklave einer eingeschworenen Fangemeinde, hautnah mit den Musikern auf kleinstem Raum vereint in diesem einmaligen Ambiente der Bergkirche, die ihrerseits den Hauch einer langen Geschichte atmet. Und doch ist es jedesein wenig anders, das Angebot geht längst über die Klassiker hinaus, die ja die Kammermusik von rund zweihundert Jahren «erfunden» haben, und selbst der einigermassen informierte Musikfreund wird immer wieder überrascht, welch grosse Anzahl an eben weniger bekannten Preziosen sich da finden lassen, um sie einem andächtig lauschenden Publikum darzubieten…
Schaffhauser Nachrichten, 31. August 2010

Pressestimmen 2009

Kammermusiktage in Büsingen begeistern mit Tabea Zimmermann und dem Auryn-Quartett
Gut eingespielt: Das Auryn Quartett – Matthias Lingenfelder (Violine), Jens Oppermann (Violine), Stewart Eaton (Viola) und Andreas Arndt (Cello)– mit Tabea Zimmermann in der Bergkirche Büsingen.
Schröm

Eine musikalische Idylle

Es gibt noch den Zauber des ersten Mals. Und bisweilen wird der Zugezogene für seine Orientierungsbemühungen im Alltag durch ihn belohnt, durch die schöne Überraschung, eine Entdeckung zu machen, mit der man so nicht unbedingt gerechnet hätte. Wer zum ersten Mal die Kammermusiktage in der Bergkirche Büsingen besucht, hat gute Aussichten, diesen Zauber zu erleben. Und wer die beglückten Gesichter der anderen, zahlreichen Gäste betrachtet, darf hoffen, dass er wiederholbar sein wird.

Bereits zum 17. Mal haben die „Musikfreunde Bergkirche Büsingen“ in diesem Jahr in das winzige, 1000 Jahre alte Kirchlein eingeladen. Dort Künstler zu hören, für die man ansonsten zu großen Konzertsälen in die Metropole fahren muss, mutet an wie eine kleine Sensation, eine Idylle in einem hart gewordenen Geschäft. In Büsingen kommt man den Musikern nah. Wenn dort das Auryn Quartett zum satten Forte anhebt, erfüllt die Musik den Raum, und am Rücken spürt man nicht nur die eigene Gänsehaut, sondern auch ein leichtes Vibrieren der uralten Kirchenbank.
Gleich zweimal durfte man am Samstag auf ihr Platz nehmen. Zum Nachmittagskonzert mit dem besagten Auryn Quartett und der Bratschistin Tabea Zimmermann, und dann nochmals, spät abends, zum nächtlichen Soloauftritt Zimmermanns. Beide Konzerte werden zu den besonderen musikalischen Momenten des langsam auslaufenden Jahres zählen, und das nicht nur aufgrund der außergewöhnlichen Verbindung von Musik und Raum.

Das Auryn Quartett beginnt mit Schuberts Streichquartett a-Moll, D 804, dem „Rosamunde“-Quartett, das den Beinamen seiner Nähe zur Zwischenmusik für das Schauspiel „Rosamunde, Fürstin von Zypern“ verdankt. Seiner kantablen Linien wegen wird es vom Publikum geschätzt. Und doch lässt das Quartett nicht vergessen, dass die schöne Melodie über einem unruhigen Untergrund schwebt. Matthias Lingenfelder (Violine), Jens Oppermann (Violine), Stewart Eaton (Viola) und Andreas Arndt (Cello) verleihen dem Liedhaften eine Wehmut und einen Ernst, der alle Sätze prägt. Groß ist die Spannung, die der hervorragende Lingenfelder den Themen verleiht, fein abgestimmt die Dynamik, griffig die Gestaltung, exquisit der Klang, der im vierten Satz, dem Allegro moderato, energisch verdichtet wird und Raum schafft für großes Pathos. Frisch mit dem Echo-Klassik für eine Haydn-Einspielung gekürt, gibt das Auryn Quartett am äußersten Zipfel der Republik einen intensiven Auftakt.
Als Ensemblemitglied betritt dann der berühmte Gast die Bühne: Tabea Zimmermann führt sich als Teamspielerin in Büsingen ein, um das Quartett für Bruckners Streichquintett F-Dur zu komplettieren, abgesehen von einer frühen Arbeit einziges Kammermusikwerk des Symphonikers. Und Bruckner verleugnet sich auch für die kleine Besetzung nicht. Üppig ist das Klangbild, orchestral die Wirkung, schroff bis zur Schmerzgrenze die Kontraste des effektvollen Stücks – eine prächtige Spielwiese für die fünf hervorragenden Musiker, die sich nahtlos zu einem homogenen Ganzen fügen. Präzise bis ins Detail bietet das Quintett einen emotional aufwühlenden Auftritt, schöpft die dynamischen Möglichkeiten fulminant aus. Und dass auch in der Stammbesetzung die Bratsche souverän vertreten wird, beweist Eaton spätestens mit dem prägnanten Bratschenthema im langsamen Satz.

Ja, die Bratsche. Wie ein Instrument, das eine solche klangliche Wärme hervorbringen kann, so lange Zeit ein stiefmütterliches Dasein führen musste, ist eigentlich unverständlich. Schön, dass ausgerechnet Max Reger zu den Komponisten der Vergangenheit gehört, die der Bratsche Solowerke widmeten. Wunderbar, wie Tabea Zimmermann beim Nachtkonzert in der von Kerzen erleuchteten Bergkirche mit Regers Suite g-Moll, op. 131d, Nr. 1, umgeht. Schon die Energie im ersten Satz, Molto sostenuto, elektrisiert die Zuhörer. Die Klarheit des Tons ist schlicht bestechend, die Entwicklung des musikalischen Gedankens mitreißend. Ein Höhepunkt.

Und es ist auch ansonsten einer jener Abende, an dem Künstler und Publikum (auch das Nachtkonzert ist ausverkauft) gemeinsam den Atem anzuhalten scheinen. Selbst Heinz Holligers aufwühlender und geräuschhafter Satz „Trema“ unterbricht diesen „Flow“ nicht, vielmehr staunt man angesichts der irrlichternden Vielstimmigkeit, die sich aus dem beklemmenden Flirren und Summen entwickelt, bewundert die virtuose Bogentechnik der Solistin, die der verstörenden Moderne die Klarheit des Alten Meisters folgen lässt.

Johann Sebastian Bachs Cello-Suite Nr. 2, BWV 1008, d-Moll, hat Zimmermann für die Bratsche adaptiert. In der höheren Oktave scheinen die Sätze ihrer Erdenschwere enthoben, verändern ihren Charakter, wirken lichter und leichter. Ein wenig vermisst man das sonore Cello – und doch gelingt die Sarabande zu einem Moment, in dem die kleine Bergkirche Büsingen zum leuchtenden Stern im musikalischen Universum wird. Es fällt schwer, von dort ins richtige Leben zurückzukehren.

Bettina Schröm

Südkurier 01. September 2009


Kammermusik vom Feinsten

Ein grosser Erfolg war auch den diesjährigen Büsinger Kammermusiktagen in der Bergkirche St. Michael beschieden.

Längst handelt es sich nicht mehr um einen Geheimtip. Trotzdem stellen die Konzerte immer wieder etwas Besonderes dar, worauf sich die Musikliebhaber der Region jedes Jahr von neuem freuen dürfen: Gemeint sind die Büsinger Kammermusiktage in der altehrwürdigen Bergkirche St. Michael.

Einzigartige Konzertreihe

Zum siebzehnten Male erklang Kammermusik in einer Perfektion, in einer mitreissenden Musikalität und in einer körperlichen Nähe, wie man sie sonst wohl kaum erfahren kann. Viele der Besucher sind längst Stammgäste, man kennt sich, aber fern aller sonstiger Konzertroutine ist das Einmalige dieser Veranstaltung allen bewusst. Beinahe schon als fester Bestandteil mit von der Partie war bereits zum siebten Male das Auryn-Quartett, weltberühmt und auf dem ganzen Globus schon präsent mit seiner eleganten Kunst der feinfühligen Interpretation, und entführte das Publikum in eine Sphäre der zweckfreien Hingabe an die Idee einer selbstlosen Musik, als gäbe es nichts Wichtigeres auf Erden.

Klassik und Moderne vereint

Übertrieben, zu viel des Lobes, leere Metaphysik? Gewiss nicht, man muss es hier wirklich erlebt haben, um einprägsam erneut zu erfahren, was wir schon wissen: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Bereits der erste Abend vereinigte Klassisches, zwei Streichquartette von Josef Haydn und Ludwig van Beethoven, mit herausfordernd Modernem, dem Stück «Silent flowers» von Toshio Hosokawa (*1955), einem Auftragswerk, das sich an der japanischen Blumenkunst Ikebana nicht als Augenblickserlebnis, sondern an deren zeitlicher Vergänglichkeit orientiert, zugleich auch einzelne Reifestufen des japanischen Nô-Spiels gedanklich einbezieht. Viel theoretischer Hintergrund also, schwer nachvollziehbar für den Uneingeweihten und doch beeindruckend in seiner kompromisslosen Modernität, dabei äusserst anspruchsvoll zu spielen.

Orgie an Virtuosität

Zwei Besonderheiten sind längst Tradition in Büsingen, nämlich das Nachtkonzert am Samstag und die sonntägliche Matinée. «Special guest» war am Samstag Tabea Zimmermann, Bratschistin von internationalem Renommé, die mit einem Soloprogramm aufwartete, das es in sich hatte. Provozierend schrill, eine Orgie an Virtuosität, «Trema» von Heinz Holliger, dies umso mehr, als Holliger ein Instrumentalist von hohen Graden ist, Geschmackssache also, was bei manchem doch ein Fragezeichen hinterlässt. Dann die zweite Solosuite für Violoncello von Johann Sebastian Bach, um eine Oktave erhöht transkribiert für Viola, meisterhaft gespielt – und doch ein ganz anderes Stück im Vergleich zum Original. Herzbewegend schön, die Seele ins Elysium geleitend, dann die Pretiosensammlung der Matinée, darunter eine wunderschöne Choralbearbeitung von Nikolai Rimski-Korsakow, eine fünfteilige Miniatur zum Verlieben, beginnend mit dem vierstimmigen Choralsatz, dessen Cantus firmus in der Folge in wechselnden Konstellationen durchgeführt wird, Altmeister J. S. Bach hätte seine Freude daran gehabt.

Manfred Zürcher

Schaffhauser Nachrichten 01.09.2009

Pressestimmen 2008

Büsingen 16 Jahre – und kein bisschen müde. Das durfte man wiederum von den Büsinger Kammermusiktagen sagen, die am Wochenende in der Bergkirche St. Michael stattfanden, von Highlights durchsetzt, die ihresgleichen suchten. Bereits zum sechsten Mal trat das Auryn-Quartett – sozusagen zum Heimspiel – auf, eröffnete den Vortragsreigen mit einem Quartettsatz von Franz Schubert und dem nur scheinbar harmlos beschwingt dahingleitenden Streichquartett op. 76 Nr. G-Dur von Josef Haydn. Sie war sofort wieder da, diese unbedingte körpernahe, engagierte, von äusserster Präzision geprägte und zugleich doch so elegante Kunst der feinfühligen Interpretation, die dieses weltbekannte Quartett auszeichnet.....
…..Im Folgenden bestimmte das Mandelring-Quartett mit den drei Geschwistern Sebastian, Nanette und Bernhard Schmidt (Violinen und Violoncello) sowie Roland Glassl (Viola) das weitere Geschehen. Sie sind vom Lebensalter her jünger, aber nicht weniger engagiert und profiliert. Allzu konkrete Vergleiche, wer denn nun «besser» sei, sind hier müssig. In einer gekonnt angelegten Steigerung bot das Mandelring-Quartett das, was man aus Büsingen kennt: Kammermusik zum Anfassen in ihrer schönsten Form.....
…..Es gibt immer wieder Superlativen, die man nur dankbar miterleben kann. Grosse Namen, von Pablo Casals, Pierre Fournier über Mstislaw Rostropowitsch, Jacqueline du Pré, Heinrich Schiff und Yo-Yo Ma, bis heute eben in Büsingen: Wen-Sinn Yang! Bescheiden, wie zum kleinen musikalischen Candlelight-Dinner, nahm er auf einem einsamen Stuhl Platz und führte vor, was man mit einem Cello alles anstellen kann. Schnell wurde klar, warum Bachs erste Solosuite nicht wie anzunehmen den krönenden Abschluss darstellte. In zwei weiteren Stücken von George Crumb (*1929) und Gaspar Cassadó (1897–1966) demonstrierte Wen-Sinn Yang sein unfassbares Können. Artistisch virtuos, traumhaft sicher, mit Doppelgriffen jeglicher Couleur, das ganze Griffbrett rauf und runter. Mit Flageolets in endloser Folge, absolut rein in der Intonation und einer unglaublich variantenreichen Bogentechnik demonstrierte Yang nicht nur blosses Können, sondern musizierte, liess sein Instrument klingen und baute aus einem Kaleidoskop der Kunstgriffe ein musikalisches Wunderwerk. Nicht alles fand an den diesjährigen Kammermusiktagen in Büsingen Platz. Wer noch mehr hören will, ist an die 17. Auflage der Kammermusiktage im kommenden Jahr eingeladen.

Schaffhauser Nachrichten, 02. September 2008


Es gehört noch immer zu den kleinen Wundern im Konzertleben der Region, dass das Kammermusikfest in der Bergkirche Büsingen am Hochrhein fast ohne öffentliche Gelder ein hochkarätiges Programm auf die Beine stellt - und dafür auch noch mit Interpreten erster Garde aufwarten kann. Wie das genau funktioniert, bleibt, zumindest teilweise, das Geheimnis der beiden Macher Uwe Stoffel (künstlerische Leitung) und Michael Psczolla (1. Vorsitzender des Vereins Musikfreunde Bergkirche Büsingen). Uwe Stoffel, als Klarinettist meist selbst am Festival beteiligt, hat freilich so seine Kontakte, und der Charme von Festivalort und Festivalleitung tut sein übriges, um die Künstler in das 1000 Jahre alte Kirchlein zu locken.

Stets liegt ein Schwerpunkt auf Musik für Streichquartett, wobei weitere Musiker die Formationen erweitern können. In diesem Jahr eröffnete das häufiger in Büsingen weilende Auryn-Quartett das Festival. Matthias Buchholz (Viola) und Wen-Sinn Yang (Cello) stießen dazu, und so erklang der bereits erste Höhepunkt des Festivals: das Streichsextett op. 10 von Erich Wolfgang Korngold. Denn auch dies gehört zum Festivalkonzept: immer wieder Literatur aufs Programm zu setzen, die kleine Entdeckungen ermöglicht. Von dem Streichsextett des damals erst 17-jährigen Korngold, der sich viel später als Filmkomponist Hollywoods einen Namen machte, war das Büsinger Publikum jedenfalls restlos begeistert.

Am nächsten Tag beehrte erstmals das Mandelring Quartett die Kammermusiktage Büsingen. Die drei Geschwister Sebastian, Nanette und Bernhard Schmidt haben sich hier mit dem Bratschisten Roland Glassl zusammen getan. Unbedingter Ausdruckswille gehört zu den Kennzeichen ihres Spiels. Sturm und Drang sozusagen, und das gilt nicht allein für Haydns op. 20, Nr. 3 in g-Moll, an dem die Mandelrings vor allem die Zerklüftungen interessieren. Faszinierend, mit welcher Risikobereitschaft sich die Musiker ins Finale stürzten, als wär's ein Sprung in die Brandung. Dass in den Mittelsätzen die Intonation nicht immer lupenrein gelang - sei's drum.

Bei Leos Janáceks "Kreutzersonate" - der Titel ist dem gleichnamigen Roman von Leo Tolstoi entliehen - ist das Mandelring Quartett wiederum ganz in seinem Element. Eifersucht ist das Thema der Komposition und die Musiker bringen die emotionalen Wechselbäder aus innigem Pas de deux und aggressiven Störfeuern in allen Ausdrucksvarianten zur Geltung. Dass Janáceks komponierte Unberechenbarkeiten nebenbei viel Arbeit, ja ein Parforceritt sind - auch das blieb hier nicht verborgen. Und in Brahms' Streichquintett op. 111 begeisterte insbesondere der Schlussteil in seinem Irrwitz. Die wirklichen Überraschungen allerdings folgten im Nachtkonzert mit dem Cellisten Wen-Sinn Yang. Der Schweizer Musiker taiwanischer Abstammung nahm Bachs 1. Cellosuite zum Ausgangspunkt seines Recitals, in dem er auch zwei seltener gespielte Komponisten zu Wort kommen ließ: den Amerikaner George Crumb und den Katalanen Gaspar Cassadó.

Crumbs 1955 komponierte "Sonate für Violoncello" - ein Frühwerk des 1929 geborenen Komponisten - überraschte vor allem durch seine eher traditionelle Expressivität, die mit dem späteren Komponisten der unheimlichen Nachhall- und Echo-Effekte noch nichts zu tun hat, statt dessen aber eine lebhafte Auseinandersetzung mit der europäischen Tradition erkennen lässt. Demgegenüber wirkte Cassadós 1926 komponierte Suite für Violoncello ungeheuer modern - trotz eines prinzipiellen Eklektizismus, der von mittelalterlicher Ornamentik, spanischem Lokalkolorit und der Auseinandersetzung mit Bach bis hin zur Verwendung avancierter Spieltechniken reicht. Überaus souverän band Wen-Sinn Yang dies in seinem ausdrucksintensiven und technisch makellosen Spiel zusammen. Für solche Entdeckungen kommt man am dritten Augustwochenende immer wieder gerne nach Büsingen.

Südkurier, 02. September 2008

Büsingen (meg). In unserer Region sind die Kammermusiktage der Bergkirche Büsingen ein wertvolles Kleinod geworden. Bereits im sechzehnten Jahr haben es die Musikfreunde Bergkirche Büsingen geschafft, bei einer konkurrenzlosen Preisgestaltung international renommierte Musiker für das dreitägige Sommerfestival zu gewinnen. Den energischen Auftakt machten gute alte Bekannte: Bereits zum sechsten Mal war das Auryn-Quartett von der Partie. Die Spielfreude der vier Streicher in Schuberts Quartettsatz D 703 in c-Moll Allegro assai verriet, dass sie gern aufs Neue zur Bergkirche gepilgert sind. In Haydns Streichquartett op. 76 Nr. 1 G-Dur zeigte sich im Adagio sustenuto selbst im subtilsten Ritardando perfektes Zusammenspiel. Im Streichsextett op. 10 D-Dur des 17-jährigen Korngold (hier waren Matthias Buchholz, Viola, und Wen-Sinn Yang, Cello, mit von der Partie) wienerte es im Intermezzo mit Schmäh und Augenzwinkern.
Beim Nachtkonzert schufen Fackeln am Wegesrand und die Schlichtheit der über 1000-jährigen Bergkirche einen besonderen atmosphärischen Rahmen für Wen-Sinn Yangs Cello-Rezital. Bachs Suite Nr. 1 G-Dur hört man heutzutage mitunter viel puristischer. Anhänger der historischen Aufführungspraxis werden die Stirn gerunzelt haben, alle anderen freuten sich über Yangs warmen Celloton und seine akzentuierte Phrasierung. Die Sonate für Violoncello (1955) des Amerikaners George Crumb ging gut mit Yangs vergeistigtem Spiel zusammen, wartete aber auch in der wilden Toccata mit interessanten verjazzten Punktierungen auf. Bei Caspar Cassados Suite für Violoncello (1926) legte Yang spanisches Feuer in den Cellobogen und beeindruckte in den häufigen Doppelgriffen mit seiner reinen Intonation. Mit einer charmant anmoderierten Zugabe (eine virtuose Caprice von Alfredo Piatti) entließ Wen-Sinn Yang sein begeistertes Publikum in die Nacht.

Singener Wochenblatt, 03. September 2008

Pressestimmen 2007

Musik, vor dreihundert Jahren komponiert, gespielt auf einem Instrument, das vor 350 Jahren entstand, in einer Kirche, die mehr als tausend Jahre alt ist: Beim Nachtkonzert in der Bergkirche Büsingen wird besonders deutlich, was die ganz eigene Atmosphäre der Kammermusiktage ausmacht, die hier seit 15 Jahren stattfinden.
Die Ruhe, die intime Atmosphäre und die Gleichzeitigkeit der Jahrhunderte sind niemals dichter und eindringlicher als in den Minuten, in denen Christian Poltéra Bachs zweite Cellosuite in d-Moll spielt….
……Nichtsdestotrotz: auch im 15. Jahr halten die Konzerte in Büsingen die Kammermusik als intime und hochspannende Vortragsform hoch - abseits vom Event-Zwang und Vermarktungsgetöse. Und die Resonanz auf das Konzept gibt dem Verein der Musikfreunde, der die Tage ganz auf sich gestellt jedes Jahr aufs Neue veranstaltet, Recht: eine bis aufs letzte Bänkchen gefüllte Kirche, Andrang selbst beim Nachtkonzert und ein Publikum, das Bachs versunkener Cello-Suite mit Fußgetrampel applaudiert.

Südkurier, 29. August 2007

 

Zum 15. Mal die Büsinger Kammermusiktage, immer wieder im Spätsommer einzigartiger Wallfahrtsort in unserer Region für Musikfreunde, die sich einfangen lassen wollen von diesem wohltuenden Ambiente, changierend zwischen hoher Kunst und bewusst erlebter Daseinsfreude im Burgfried der Bergkirche St. Michael…
...Schönberg von CD, nein danke, Schönberg live in Büsingen ein Abenteuer, eine neue Klangwelt, die überzeugt. Verfolgt man die einzelnen Stimmen in ihrem melodischen Fluss, dann verflüchtigen die Dissonanzen sich plötzlich und wandeln sich zu einem Erlebnis, sie sind sozusagen reizend im doppelten Sinne des Wortes für den, der Ohren hat zu hören…
...Im Nachtkonzert dann ein Höhepunkt ohnegleichen, als Christian Poltéra, unüberhörbar Schüler von Heinrich Schiff, Johann Sebastian Bachs Suite für Violoncello solo Nr. 2 d-Moll zu einer einzigartig ergreifend gelungenen Aufführung brachte. Aber was heisst in Büsingen schon Höhepunkt, denn ebenso eindrücklich mitreissend, musikalisch dicht und drängend erklang dann in der Matinee, interpretiert wiederum vom Pellegrini-Quartett, das Streichquartett Nr. 1, e-Moll, op. 112 von Camille Saint-Saëns, Schwerarbeit für die Musiker, Genuss ohne Reue für das Publikum. Büsingen, das muss man einfach erlebt haben. So hautnah, so direkt und auch in solcher Perfektion ist Kammermusik selten zu hören.

Schaffhauser Nachrichten, 27. August 2007

 

Eigentlich kaum zu glauben, dass das kleine, feine Kammermusikfestival in Büsingen im August bereits in sein 15. Jahr gehen wird. Sicherlich, das Ambiente in dem romanischen Kirchlein ist traumhaft und das Programm der jeweils fünf Konzerte ist ausgesucht, die Liste der beteiligten Interpreten kann sich sehen lassen. Aber ein engagiertes Programm garantiert noch keine ausverkauften Häuser. Und selbst volle Häuser garantieren nicht den Fortbestand eines Festivals. Denn vieles hängt
vom Geld ab, das in den wenigsten Fällen in ausreichendem Maße zur Verfügung steht. Auch nicht in Büsingen, dieser kleinen deutschen Exklave in der Schweiz…..
…..Vielleicht kann das immer am dritten Augustwochenende stattfindende Festival ja deswegen schon auf 15 Jahre zurückblicken, weil hier gerade keine Geschäfte gemacht werden, weil keine Konzertmaschine zu Gange ist, sondern allein Leidenschaft und künstlerischer Tatandrang.

Südkurier, 07. Juli 2007

Pressestimmen 2006

Diesmal gaben sie sich etwas anders, die Büsinger Kammermusiktage, variantenreicher im Programm, doch sonst war die Atmosphäre, dieses einmalig intime Drum und Dran, vergnüglich und kunstsinnig wie immer - und das bei nur "suboptimalem" Wetter.

Schaffhauser Nachrichten, 28. August 2006

…Und doch harmonierte die liebevoll arrangierte Performance voll und ganz mit dem intimen Rahmen der Kammermusiktage, die ja als "Exklaven-Festival" per se ein Fels in der Brandung der Event-Kultur sind und daher Tradition und Verlässlichkeit ebenso Raum bieten wie dem Abgelegenen eine Heimat…………Kein Ton von Mozart übrigens erklang in diesem Jahr in Büsingen. Auch hier beweist sich die Exklave als rettende Insel in einem an Mozart kollabierenden Jahr. Dabei versteht sich Uwe Stoffel als ausgesprochener Mozart-Verehrer. Doch gerade darin liegt seine Reverenz: inmitten des Mozarttrubels Mozart einfach mal zur Ruhe kommen zu lassen.

Südkurier, 29. August 2006

Pressestimmen 2005

Kammermusik von Weltrang. Die Büsinger Kammermusiktage näher zu beschreiben ist kaum mehr nötig. Zu sehr hat dieses jährliche kammermusikalische Highlight der internationalen Spitzenklasse sich in unserer Region etabliert………Konzerte von höchsten Ansprüchen wie in Büsingen gibt es auch in der Carnegie Hall, keine Frage. Aber die intime Nähe, Kammermusik von Weltrang zum Anfassen, zum Erleben auf Du und Du, das unmittelbare Dabeisein, als gehöre man einfach dazu, und auch das Miteinander im durchaus nicht banalen Plauderton am Gartenausschank mit den Musikern während der Pause, das alles gibt es in dieser charmanten und zugleich anspruchsvollen intimen Atmosphäre nur in Büsingen.
Auch das Ambiente der Bergkirche St. Michael, dieser über tausendjährigen Zeugin der kulturellen Identität im christlich geprägten Abendland, trägt bei zum Hochgefühl, hier inmitten der alltäglichen Gegenwart die eigene in langer Tradition gewachsene Befindlichkeit wiederzuentdecken, jenseits von Formel 1, Champions League oder Nationalratswahlen.

Schaffhauser Nachrichten, 30. August 2005


Niemand weiß haargenau, wie das Paradies aussieht. Aber aller Wahrscheinlichkeit nach hat es starke Ähnlichkeit mit jenem von Feldern und Wiesen gesäumten Hügel zwischen Büsingen und Dörflingen, auf dem sich vor rund 900 Jahren ein Kirchlein niedergelassen hat: Die Bergkirche St. Michael………Im Innern fühlt man sich geborgen und aufgenommen in eine schlichte und intime Atmosphäre, wie sie besonders den romanischen Kirchen eigen ist. Hier möchte man religiös werden, sofern man es nicht schon ist. Hier möchte man sich gar trauen lassen. Sofern man das nicht schon getan hat………Denn es ist, als bringe die abgeschiedene Idylle der Bergkirche Büsingen die kammermusikalischen Perlen erst richtig zu Geltung………..Und auch die Musiker haben ihr Büsingen lieb gewonnen und kehren immer wieder gerne hierher zurück.

Südkurier, 30. August 2005


Im 13. Jahr ihres Bestehens haben die Kammermusiktage von Büsingen nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Im Gegenteil: Die rund 1000-jährige kleine Bergkirche St. Michael steht dem Fassungsvermögen nach im Gegensatz zu den Kartenwünschen.

Südkurier, 29. August 2005

 

Pressestimmen 2004

Der Aufruf ist wahrlich nicht mehr neu, aber er gilt nach wie vor: Wenn es aus Büsingen, der kleinen Enklave zwischen Stein am Rhein und Schaffhausen, ruft, müssen wir gehorchen. Die Kammermusiktage Bergkirche Büsingen sind im Zirkus der so seichten wie wuchernden Open Air Events vielleicht das regionale Highlight für Freunde klassischer Musik… …Ein Wahnsinn für die Sinne!

Südkurier, 25. August 2004


Sie sind vielleicht eines der kleinsten und feinsten, sicherlich aber das romantischste Musikfest der gesamten Region: die Musiktage Bergkirche Büsingen. Schon der Ort verleitet zum Träumen: Die Bergkirche St. Michael, eine der ältesten und schönsten Kirchen weit und breit, steht auf einem Hügel nahe der deutschen Enklave Büsingen……..

Bodensee Terminkalender Sommer 2004


……und Büsingen stand und steht für den Genuss, diese Musik, in absoluter Perfektion gespielt, in einem so intimen und den Hörer fast bedrängend dichten Umfeld erfahren zu dürfen.

Schaffhauser Nachrichten 30. August 2004


Ergebnis: Es gibt sie noch, die Musiker, die für wenig Geld grosse Musik machen. Es gibt es noch, das Publikum, das am intimen musikalischen Ereignis interessiert ist. Es gibt sie noch, die Veranstalter, die nicht aufs Geld schielen, sondern auf die Musik. Es gibt sie noch, die Kulturregion, die die Nähe zur Kunst liebt. Ein Festival gegen den Strom – und durchaus mit existentiellen Erfahrungen.

Südkurier 31. August 2004

 

zum Seitenanfang ^ oder einen Doppelklick auf diese Seite.